Jenke von Wilmsdorff nimmt LSD und probiert „High sein ohne Drogen“ aus (RTL-Blogpost Folge 1/3)

Ich nähr‘ mich nur von dem, was glüht und brennt
und leb‘ von dem, von dem die andern sterben.

Michelangelo (1475 – 1564), italienischer Bildhauer, Maler, Baumeister und Dichter

Darf ein Journalist Tabus brechen oder gar Gesetze übertreten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und aufzuklären? Kommt drauf an. Auf die Dosis an kritischem Potential vor allem.

Am Montag, den 05.09.2016 um 21.15 strahlt RTL eine neue Folge der Fernsehserie „Das Jenke-Experiment“ aus. Nachdem der Journalist Jenke von Wilmsdorff bereits durch seine Alkohol– und Cannabis-Experimente neues Terrain in punkto explizite Darstellung von Rausch und Drogen betreten hatte, geht es diesmal um „Drogen“. Also: um einen Ausschnitt aus dem Spektrum der anderen Drogen, denn Alkohol muss genauso als solche gelten wie Cannabis.

Der selbstformulierte Anspruch lautet, gesellschaftlichen Reizthemen auf den Grund zu gehen und dabei eine ungewöhnliche journalistische Perspektive einzunehmen. Dr. Henrik Jungaberle hat ihn zusammen mit Prof. Volker Auwärter bei einem LSD-Experiment begleitet. Und gemeinsam mit Dr. Andrea Zeuch und einer Gruppe Freiwilliger in eine außergewöhnliche „Rauscherfahrung“ geführt – und zwar mit der bloßen Kraft des Atems unter dem Motto „High sein ohne Drogen„.

Henrik Jungaberle und Volker Auwärter begleiten Jenke von Wilmsdorffs LSD-Experiment (RTL)

Henrik Jungaberle und Volker Auwärter begleiten Jenke von Wilmsdorffs LSD-Experiment (RTL)

Jenke von Wilmsdorff ist ein Fernsehjournalist, Autor und Schauspieler, der unter anderem über die von Brigit Schrowange moderierte TV-Sendung „Extra– Das RTL-Magazin“ bekannt wurde. Von Wilmsdorffs Haltung zum Thema Angst und Grenzerfahrungen veröffentlichte er 2014 in seinem Buch Wer wagt, gewinnt: Leben als Experiment. Jenke – wie er Millionen Zuschauern mit Vornamen bekannt wurde – geht in der „Drogen“-Sendung auf’s Ganze: MDMA/eigentlich MDAI, Ko-Tropfen, LSD, Ritalin. Und das alles in einer Sendung. Geht das also, darf er das? Er darf, wenn als Ergebnis der Infotainment-Sendung eine kritische Distanz zu den Themen und Akteuren und eine gesellschaftspolitische Perspektive erkennbar wird. Gelingt es durch Jenke von Wilmsdorffs Sendung die Diskussion über „Drogen“ auf irgendeine Weise zu vertiefen, zu versachlichen, in sinnreicher Weise auf die Tagesordnung zu heben? Oder verbrennt sich die Sendung etwa in sensationalistischer „Grenzüberschreitung“? Die allerdings ist kein Wert an sich. Die Frage an das Format lautet demnach: stimmt die Dosis an kritischer Auseinandersetzung und Bewertung in einem RTL-Sendungsumfeld, in dem es vielen Zuschauern vielleicht mehr um das das heiße Gefühl im Bauch, den Nervenkitzel und Unterhaltung geht? In den Alkohol- und Cannabis-Sendungen ist das weitestgehend gelungen.

Henrik Jungaberle: „RTL hat mich über „High sein. Ein Aufklärungsbuch„, das ich 2015 mit Jörg Böckem zusammen geschrieben habe, angesprochen. Das Buch versucht einen radikalen Bruch mit der Ängstlichkeit und Verdruckstheit, die in der Präventionsszene und den Medien gegenüber Drogen vorherrscht. Gerade in TV, Radio und Prinzmedien wird aus strategischen Gründen – vorgeblich um Jüngere und Schwächere zu schützen – manchmal auch gelogen; die Schäden von Drogen werden ihrem Nutzen nicht gegenübergestellt; die Schäden werden nicht in Relation zu den Schäden anderer Risikoverhaltensweisen gestellt (Risikosportarten, Infektionskrankheiten, Sexualpraktiken, Medikamentengebrauch usw.).
Ich kenne zu diesem Zeitpunkt die ganze „Drogen“-Sendung noch nicht und habe deshalb noch keine Ahnung, ob der ganze Zusammenhang der Experimente funktioniert. Aber ich bin sehr optimistisch: es sollte möglich sein, eine Geschichte über diese Substanzen zu erzählen, die nicht nur von neurowissenschaftlichen Einblicken ins Gehirn oder Drogentoten lebt, also mit Wissenschaft oder Schrecken argumentiert, sondern mit der subjektiven Erfahrung eines Reporters. Jenke von Wilmsdorff ist hier bisher das meiste hervorragend gelungen.
Skeptisch war ich allerdings von Anfang an, ob man so unterschiedliche Experimente und Drogen wie hier geplant zusammenpacken kann – ohne dass die Differenzierung untergeht (denn was haben KO-Tropfen mit einer quasi-therapeutischen Selbsterfahrung mit LSD gemeinsam? Klar: es sind psychoaktive Substanzen, die in irgendeiner – allerdings sehr verschiedener – Art und Weise Wahrnehmung, Erleben und Verhalten verändern). Es gibt durch die Vielzahl an Experimenten eine gewisse Gefahr, dass am Ende doch wieder die „bösen Drogen“ im Mittelpunkt stehen und nicht unser kultureller Umgang mit einem emotional und irrational aufgeladenen Thema, das Risiken und Chancen zugleich bietet?
Jenkes Haltung während der LSD- und Atem-Experimente habe ich allerdings als authentisch, frisch und interessiert, als selbst- und gesellschaftskritisch erlebt – und natürlich auch auf den Effekt abzielend. Das ist nicht zwingend ein Widerspruch. Er lässt sich auf Dinge ein, erfährt gerne und denkt mit seinen Gesprächspartnern darüber nach, wie alles einzuordnen ist und besser laufen könnten. Ich bin sehr gespannt, was Jenkes „Drogen“-Sendung am Ende kann und anstößt. Klar bringt das Thema wohl Quote, aber bringt es auch den verändernden Aha-Moment bei dem ein oder anderen?

Henrik Jungaberle und Volker Auwärter begleiten Jenke von Wilmsdorffs LSD-Experiment (RTL)

Henrik Jungaberle und Volker Auwärter begleiten Jenke von Wilmsdorffs LSD-Experiment (RTL)

In Folge 2 dieses Blogposts berichte ich über das eigentliche LSD-Experiment und was dabei wirklich geschehen ist. In der Sendung werden etwa 10 h Erfahrung auf 9 min Sendezeit geschnitten. Wie kam es zu den beiden seltsamen Szenen am Ende, bei denen Jenke mich als Begleiter einmal mit seinem Sohn „verwechselte“ und das andere mal paranoid vor mir und dem Toxikologen Volker Auwärter davon rannte? Ist das als pathologisch zu bewerten und ist es eine typische Gefahr von LSD-Erfahrungen?

Henrik Jungaberle und Andrea Zeuch begleiten Jenke von Wilmsdorffs Atem-Experiment (RTL)

Henrik Jungaberle und Andrea Zeuch begleiten Jenke von Wilmsdorffs Atem-Experiment (RTL)

In Folge 3 erzählen Andrea Zeuch und ich, was beim Atem-Experiment geschah, wie das wilde Geschehen überhaupt zu erklären ist und wozu man so etwas machen sollte (oder nicht). Das Atem-Experiment ist als Teil eines etwa acht Stunden dauernden Workshops zu bewerten, den wir mit Jenke und drei weiteren Menschen durchgeführt haben. Das waren wiederum verkürzte Teile unseres „Integrations-Workshops“, bei dem es um die sinnvolle und ernsthafte „Integration“ psychedelischer Erfahrungen in den Lebensalltag geht; um Achtsamkeit; um Problemlösung; um ästhetische Wahrnehmung und alltagstaugliche Lebenskunst. Das im RTL-Beitrag hervorgehobene Atem-Experiment ist im Rahmen des Workshops vor allem als eine kleine Auffrischung für das Gehirn zu verstehen: damit man sich an die nicht-rationalen Anteile der eigenen Persönlichkeit erinnert und diese Funktionsweise des eigenen Selbst für einen ganzheitlicheren Zugriff auf die eigenen Ressourcen nutzen kann.“

 

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8 Kommentare
  1. R. Cufal
    R. Cufal says:

    Hallo Herr Jungaberle,

    Ihr Optimismus, den sie beim Schreiben dieses Blog-Eintrags am 29. August ausgedrückt haben, in allen Ehren – aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie jetzt, nach dem Sie selbst die ganze Sendung kennen, um eine klare, öffentliche Distanzierung herumkommen, wenn Sie als seriöser Aufklärer über das Thema ‚Drogen‘ noch glaubwürdig bleiben wollen.
    Oder sind wir uns etwa nicht einig, dass das von RTL gesendete Endergebnis so ziemlich genau das Gegenteil des von Ihnen vertretenen Anspruchs dargestellt hat? Hier wurde – zumindest in den Sequenzen, die den Drogengebrauch des Herrn von Wilmsdorff (den man wohl nicht anders als ‚hirnlos‘ bezeichnen muss) gezeigt haben, nicht nur NICHT-, sondern quasi in bester 80er-Jahre Manier klar DES-informiert und hysterisiert – und nahezu jede Gelegenheit zu genau der sachlichen Gegenüberstellung von Nutzen und Risiken von psychoaktiven Substanzen, die Sie doch auch in ihrem Buch anstreben, der reißerischen RTL-Quote geopfert. Wenn man den Sender kennt natürlich nicht überraschend – und dass der hippe Youtube Drogen-Aufklärer Simon Ruane sich hier täuschen ließ, ist wohl seiner notorischen Hemdsärmeligkeit geschuldet. Aber dass auch Sie dem Sender auf den Leim gegangen sind ist wohl nicht mehr nur ’schade‘ – sondern eher ‚peinlich‘ zu nennen …

    mit freundlichen Grüßen
    R. Cufal

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    • Dr. Henrik Jungaberle
      Dr. Henrik Jungaberle says:

      Hallo zurück,
      ja, da möchet ich nicht widersprechen: Jenke ist als als Bettvorleger gelandet. Ich habe in dem von Ihnen erwähnten Post formuliert: „Darf ein Journalist Tabus brechen oder gar Gesetze übertreten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und aufzuklären? Kommt drauf an. Auf die Dosis an kritischem Potential vor allem.“
      Das hat nicht geklappt. Die Jenke-Redaktion war hier trotz geäußertem Lernwillen („da lesen wir erst mal in ihrem Buch“; es hätte natürlich nicht meines sein müssen …) nicht bereit über die Drogen-Klischee-Hürde zu springen. Quote vor journalistischem Anspruch. Und der Jugendbeauftragte des Senders hat zudem einige interessante Aussagen Jenkes zum LSD-Experiment aus der Sendung herausstreichen lassen.

      Hatten Sie heute schon Gelegenheit meine eigene Replik auf die Sendung zu lesen: http://henrikjungaberle.com/jenke-nimmt-lsd-was-ist-wirklich-passiert/? Ich denke, dass ich mich darin klar positioniert habe.

      Ich habe andererseits nicht den Eindruck, dem Sender „auf den Leim gegangen“ zu sein. Peinlich berührt mich der Sendungszusammenschnitt, das gewürfelte, gefühlssellige Drogen-Elend-Lied ohne politische oder medizinische oder einfach nur gesellschaftkritische Perspektive. Das LSD-Experiment war nicht schlecht, es blitzte sogar eine Lust, eine Bereitschaft in Jenke selber auf, tiefere Einsichten zu transportieren. Authentizitätswehen. Das Kind kam aber nicht auf die Welt.
      Warten wir ab, was noch geschieht.
      Das RTL-Projekt hat mich auf jeden Fall dazu inspiriert im nächsten Jahr ein eigenes TV-Projekt zu wagen. Hoping to make it better.

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      • R. Cufal
        R. Cufal says:

        Danke, Herr Jungaberle, für Ihre schnelle Reaktion und die ausführliche Klarstellung Ihres eigenen kritischen Blicks auf die RTL Sendung.
        Nachdem ich bisher bis auf eine einzige Ausnahme – typischerweise bei vice.de – keinen journalistischen Beitrag über die Sendung im Internet finden konnte, den man auch nur ansatzweise sachlich informiert, und an echter Entlarvung der zweifelhaften Methodik und Darstellung des Jenke-Experiments nennen könnte, denke ich, wir müssen uns Folgendes klar machen:
        Wir sind noch sehr weit davon entfernt, dass Politik, Medien und die breite Gesellschaft sich dem Thema ‚Drogen‘ einigermassen sachlich und fair nähern würden. Die Bereitschaft hierzu besteht schlichtweg nicht, solange man noch genug Vorteile aus der bewussten Falschdarstellung ziehen kann – egal ob das nur die TV Quote betrifft, oder ob man Drogen und Drogendealer als nützliches und jederzeit verfügbares Feindbild für die politische Agenda nutzen kann. Ich würde aktuell keine Prognose wagen wollen, in welchem Zeitrahmen überhaupt ein Mentalitätswandel in dieser Hinsicht möglich wäre – zu unseren Lebzeiten sehe ich hierfür jedoch wenig Chancen. Letztlich kann man wohl nur hoffen, dass vielleicht eine neue Generationen nachwächst, bei der die Gehirnwäsche, die unsere Jahrgänge noch so deutlich durchdringt, nicht mehr so nachhaltig wirkt. Das Positivste, was man über die RTL Sendung also wohl sagen kann ist, dass sie bei jüngeren, verantwortungsvollen Drogenkonsumenten letztlich wohl eher Kopfschütteln, und das genaue Gegenteil der angestrebten Abschreckung auslösen wird.

        R. Cufal

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  2. Dr. Henrik Jungaberle
    Dr. Henrik Jungaberle says:

    Es gibt viele Lichtblicke und positive Veränderungen. Vielleicht widmen wir uns demnächst mal der Darstellung von Drogen im deutschen TV, um gute und schlechte Beispiele unterscheiden zu können. Hier schon mal genannt: Scobels Sendungen und eine Reihe kürzlich im ZDF.
    Wir selbst planen etwas für 2017. Demnächst mehr.

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  3. N. Morgenthaler
    N. Morgenthaler says:

    Hallo Herr Jungaberle,
    das mit ihrer eigenen TV Sendung würden sicher viele sehr begrüßen. In England wurden hier ja unter Mitwirkung von David Nutt bereits sehr gute Sendungen durchgeführt, wo Probanden live unter kontrollierten Bedingungen Cannabis und MDMA genommen haben. Die begleitende wissenschaftliche Auswertung dieser Untersuchungen ist sicherlich wichtig, aber auch die offene Debatte, teils mit Teilnahme von Prominenten (wie Sir Richard Branson), macht das auch publikumstauglich. Ich denke sie kennen die Sendungen selbst.

    Eine Frage zur verwendeten Substanz hätte ich noch. Sie schreiben dass es nicht MDMA sondern ein Derivat MDMI (?) war, was wohl weniger stark wirkt als MDMA (daher die 250 mg). Aber die Substanz MDMI ist doch sicherlich, wenn sie ähnliche Wirkungen hat wie MDMA, ebenfalls längst im BtMG gelistet, oder hat ihr Kollege die mal schnell so derivatisiert und sie ist derzeit noch legal? Wie konnte Sacha Shulgin das übersehen haben? 🙂

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    • Dr. Henrik Jungaberle
      Dr. Henrik Jungaberle says:

      Hallo Hr/Fr Morgenthaler,
      es ging wohl um MDAI.
      Ich selbst habe Jenke von Wilmsdorff keine illegalen Substanzen gegeben. Das RTL-Team hat die Substanzen für das LSD-Experiment in Portugal besorgt.
      Beim MDAI-Experiment war ich nicht beteiligt, es fand vor der LSD-Erfahrung statt. Die Begleitung hatte Prof. Dr. Volker Auwärter übernommen. Auch bezüglich des „Entaktogen“-Experiment habe ich in den Vorgesprächen geraten, dass im Voice Over oder in Grafiken und Erläuterungen, die Wirkung von Set-und-Setting auf die Entaktogen-Erfahrung beachtet und dargestellt wird.
      Entaktogene sind Substanzen wie MDMA und MDAI, der Begriff meint „das Innere berührend“.
      Ich sage hier mal nichts weiter zu der in der Sendung genannten zur Dosis: sie war im „starken bis sehr starken Dosisbereich“.

      Meine Kenntnis des THERAPEUTISCHEN Gebrauchs von MDMA lässt mich den regenerativen Gebrauch (Tanzen, Party etc.) anders beurteilen (siehe unser Buch von 2008, Therapie mit Psychoaktiven Substanzen). Ich verurteile diesen nicht. Aber ich sehe es, wenn Potentiale vergeben und verschenkt werden. Wie würde man Menschen beurteilen, die eine existentielle Erfahrung oder Erkenntnis auslassen, um ein dünnes Derivat von Spaß zu genießen?
      Und: warum muss man in einem Experiment eigentlich diejenigen imitieren, die es „falsch“ oder zumindest sehr riskant machen – ohne jene zu beschreiben, die Risiken minimieren, um die Freuden und Potentiale ganz auszuschöpfen. Eine komische „Experimental-Philosophie“, nicht wahr?

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      • N. Morgenthaler
        N. Morgenthaler says:

        Danke für die ausführliche Antwort. Ich kenne ihr Fachbuch „Therapie mit Psychoaktiven Substanzen“ und bin mir bewusst welchen Spagat sie hier wissenschaftlich machen müssen, da ich selbst im Bereich klinischer Forschung tätig bin.
        Was die Verwendung von Research Chemicals angeht, so besteht hier ja ein Hase und Igel rennen zwischen Chemie und Politik, daher wird MDAI ja nicht lange in der Grauzone bleiben, sondern bald den üblichen Weg des Verbotes gehen.

        Zudem sehe ich den Hype, der um neue, noch nicht verbotene Sustanzen in der Szene gemacht wird, eher kritisch. Das Wirkungs/Nebenwirkungsspektrum von älteren Substanzen, wie Cannabis, LSD oder eben MDMA ist trotz bestehender Forschungseinschränkungen nach wie vor deutlich besser bekannt als was da nun unter „Badesalz“ gehandelt wird. Den Markt in diese experimentelle Richtung zu drängen, statt „harm reduction“ bei besser bekannten Substanzen als oberstes Ziel zu definieren, ist schlicht der falsche Weg. Aber das muss ich ihnen alles nicht erzählen.

        Ich drücke die Daumen für ihre weiteren Forschungen auf diesem Gebiet und begrüße sehr die notwendige Öffentlichkeitsarbeit gegen die bestehende politisch motivierte Prohibition, die es selbst Ärzten praktisch unmöglich macht, diese Substanzen besser zu verstehen und sinnvoll einzusetzen.

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  4. Dr. Henrik Jungaberle
    Dr. Henrik Jungaberle says:

    Vielen Dank für diesen hellsichtigen Beitrag. Ich sehe vieles ähnlich. In unserem neuen Herausgeberband „Handbuch Psychoaktive Substanzen“ (Springer Verlag) gibt es viele spannende Beiträge dazu.
    Neue psychoaktive Substanzen (NPS, manchmal als Badesalze vermarktet): es ist ein riesiger Menschenversuch in Gang (obwohl die NPS epidemiologisch noch keine große Rolle zu spielen scheinen). Wir wissen kaum etwas, was wir wissen basiert oft nur auf Erfahrungsberichten.

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