Coverfoto der "Zeitschrift für Gesundheitspsychologie"

Kohärenzsinn und Risiken: Wer Ziele hat, trinkt und kifft maßvoller!

Sinn und Verstehen: Welche Rolle spielt Gesundheitspädagogik?

Die Förderung von Sinnhaftigkeit und Verstehen ist ein wichtiges Element des Aufwachsens und damit auch von Gesundheitspädagogik. Das legt eine eigene Untersuchung aus der RISA-Studie nahe, die wir im Januar 2015 in der Zeitschrift für Gesundheitspsychologie veröffentlicht haben (Wippermann, Grevenstein, Nagy, Neubert, Verres, Jungaberle).
Hier gibt es offensichtlich viele Ansatzpunkte für pädagogische Begleitung, die in unseren Schulen leider noch all zu oft entfällt und durch bloßes Pauken ersetzt wird.

Der sogenannte Kohärenzsinn wurde von Aaron Antonovsky in den 1970er Jahren formuliert. Er misst, wie stark eine Art Grundvertrauen bei Menschen besteht, dass ihre Lebenswelt vestehbar, bewältigbar und sinnvoll ist.
Wir haben in einer 10-Jahres-Studie untersucht, ob dieses Grundgefühl mit der Art und Weise zusammenhängt, wie Menschen ihren Weg zu einem vernünftigen und gesunden Umgang mit Alkohol und anderen Drogen finden.

Zusammenfassung

Der Aufsatz untersucht die Entwicklung des Sense of Coherence (SOC) sensu Antonovsky an einer Stichprobe von 318 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mithilfe der Methode des General Growth Mixture Modeling. Die Teilnehmer waren 14 bis 24 Jahre alt. Geprüft wurde der Zusammenhang zwischen dem SOC-Entwicklungsverlauf und dem Konsum von Tabak, Alkohol und Cannabis, sowie der Leistungszufriedenheit, sportlichen Aktivitäten und soziodemographischen Variablen.

Es lassen sich drei Entwicklungsverläufe differenzieren, die sich imAusgangsniveau unterscheiden, aber imZeitverlauf stabil bleiben.

  • Weibliche Teilnehmende hatten eine höhereWahrscheinlichkeit der Gruppe mit dem imVerlauf höchsten SOC zuzugehören.
  • Personen mit dem höchstem SOC konsumierten am wenigsten Alkohol, Tabak und Cannabis sowohl im Jugendalter als auch im jungen Erwachsenenalter.
  • Personen mit niedrigstem SOC konsumierten nicht nur häufiger, sondern auch eher problematischer.

Die Ergebnisse legen nahe, dass der SOC bereits im frühen Jugendalter relativ stabil ist und bei der Vorhersage des Substanzkonsums im Jugendalter und im jungen Erwachsenenalter eine Rolle spielt.

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