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„Follow me!“ – Gefahren und Chancen des sozialen Einfluss in der Präventionsarbeit

Im Vergleich zu ausschließlich informationsbasierten Präventionspogrammen haben die, die auf Grundlage von sozialem Einfluss arbeiten, eine größere Wirksamkeit gezeigt (Foxrcroft, 2011; Cuijper, 2002a; Tobler et al., 2000). Theorien, die auf sozialem Einfluss beruhen besagen, dass verschiedene Faktoren die individuelle Entscheidungsfindung stark beeinflussen. Zu diesen Faktoren gehören:

(1) sozialen Einstellungen, Normen und Gruppendenken (Fearnow-Kenny et al., 2001)

(2) persönliche / Lebenskompetenzen (Botvin and Griffin, 2002)

(3) eindrucksvolle andere Menschen, die beobachtet und als Modelle gesehen werden  (Bandura, 1977)

(4) Emotionen und nicht nur Kognitionen  (Loewenstein et al., 2001)

Eine Gefahr bei Programmen, die sozialen Einfluss nehmen ist, dass sie von Jugendlichen als soziale Kontrolle wahrgenommen werden können. Dies spielt vor allem in der Altersgruppe, welche das FINDER Lebenskompetenz- und Präventionsprogramm REBOUND anspricht (14-25 Jahre), eine Rolle. REBOUNDs Empowerment-Ansatz versucht dieser Gefahr durch kooperative Entwicklung von Normen entgegenzuwirken. Explorative Filmarbeit ist ein Weg, um die Fähigkeiten, Stärken und Defizite der analysierten Filmfiguren und der aktuellen Kursteilnehmer hervorzuheben. Diese Methode soll zu Reflexion der eigenen Normen, sowie die der anderen, anregen. REBOUND nimmt sozialen Einfluss, will aber keine Kontrolle ausüben. Die Substanz-bezogenen Ziele lassen sich mit „no use, low use, seek appropriate support“ zusammenfassen. Junge Menschen, die nicht konsumieren, sollen darin bestärkt werde, konsumierende Jugendliche sollen die Risiken kennen lernen, um kurz- oder langfristig die Motivation zur Minimierung von Schäden oder zum Ausstieg zu bilden. Wer bereits ernsthafte Probleme durch den Konsum erlebt, sollte rasch Unterstützung im Gesundheitssystem suchen.

Dieser Text ist ein überarbeiteter Auszug aus folgendem Artikel:

Kröninger-Jungaberle, Henrik, Ede Nagy, Maximilian von Heyden, Fletcher DuBois and the REBOUND Participative Development Group. (2014). REBOUND: A media-based life skills and risk education programme. Health Education Journal, 1–15

Referenzen:
Bandura A (1977) Self-efficacy. Towards a unifying theory of behavior change. Psychological Review 84: 191–215.

Botvin GJ and Griffin KW (2002) Life skills training as a primary prevention approach for adolescent drug abuse and other problem behaviors. International Journal of Emergency Mental Health 4(1): 41–48.

Cuijpers P (2002a) Effective ingredients of school-based drug prevention programs: A systematic review. Addictive Behaviors 27(6): 1009–1023.

Fearnow-Kenny MD, Wyrick DL, Hansen WB, et al. (2001) Normative beliefs, expectancies, and alcoholrelated problems among college students: Implications for theory and practice. Journal of Alcohol and Drug Education 47: 31–44.

Foxcroft D and Tsertsvadze A (2011) Universal school-based prevention programs for alcohol misuse in young people. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 9. Art. No.: CD009308. DOI: 10.1002/14651858.CD009308

Loewenstein GF, Weber EU, Hsee CK, et al. (2001) Risk as feelings. Psychological Bulletin 127(2): 267–286. Maruska K and Hanewinkel R (2010) The impact of smoking in movies on children and adolescents: A systematic review. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz 53(2): 186–195.

Tobler N (2000) Lessons learned. Journal of Primary Prevention 20(4): 261–274.

 

Illustration: STOP-Hand

method #2: Explorative Filmarbeit | Teil B: STOP!

Der Film läuft … FREEZE! Und schon steht alles still. STOP-Methoden in der Explorativen Filmarbeit

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Illustration für Blogpost auf henrikjungaberle.com aus PETRA Mai 2005 (Interview mit Dr. Henrik Jungaberle)

method #2: Explorative Filmarbeit | Teil A: Hintergründe

Die Flut der Bilder … oder: Verstehen statt zuschauen!

„Ein Film ist kein erstarrtes ‚Werk‘, sondern eine formbare, eine bewegliche Skulptur, die man erforschen und in jedem Moment neu erfinden kann“

„Explorative Filmarbeit“ ist eine Methode, die wir in FINDER Weitebildungen vermitteln. Man kann sie mit Erwachsenen und Jugendlichen, in Schule und vielen anderen Kontexten durchführen. Ziel ist es, in den Film einzutauchen, Hintergründe zu erfassen, gewissermaßen „hinter die Kamera zu kommen“.
Unsere Kultur kommuniziert mehr als jede zuvor mit Bildern: die Flut der analogen und digitalen Farben, der unaufhörliche Fluss von Formen und Bewegungen (nicht nur auf YouTube), die scheinbare Statik des Bildes an Häuserwänden, Werbetafeln, Zeitschriften und Zeitungen. Das „begreifbare“ Bild auf Touch-Screens. Die Liste liese sich fortsetzen. Seit den 1990ern wird lauter vom Visual turn oder Iconic turn gesprochen, wird verstanden und zu verstehen versucht, dass und wie wir nicht nur mit Sprache denken und kommunizieren, sondern „bildhaft“. Weiterlesen

A harm-reduction manual for users of psychedelics and particularly for organizers of transformational festivals.

Progress in Harm Reduction: The Manual of Psychedelic Support 2015

The first edition of an interesting and very useful harm reduction manual has been published: The Manual of Psychedelic Support is a conjoint effort by researchers, festival organizers, psychologists, psychotherapist and artists.

Anybody involved in organizing, preventing harm, maximizing benefits or researching about the effectiveness of all this should know this publication.

Screen and print versions are available her: http://psychsitter.com/download-manual/

Logo des DFG-Forschungsprojekts RISA auf henrikjungaberle.com

New publication on Risk Perception in „Substance Use and Misuse“

What’s the role of risk perception in prevention, harm-reduction and drug policy?

In the RISA study at the University of Heidelberg (2002-2013) we have work on very different aspects of substance use and the cultural forms it is embedded in. Using qualitative and quantitative methodology we were able to shed light on different aspects of human behavior surrounding the uses of psychoactives.

An article from my team just published in the journal „Substance Use and Misuse“ analyses 10-year-longitudinal data from students and emerging adults from the RISA study: Development of Risk Perception and Substance Use of Tobacco, Alcohol and Cannabis Among Adolescents and Emerging Adults: Evidence of Directional Influences (Dennis Grevenstein, Ede Nagy, Henrik Kröninger-Jungaberle).

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